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Ralph Siegel / Daten & Biographie
Von Thomas Veszelits / pressebüro- München
Mit Hit und Siegel
80 Prozent der Deutschen kennen Ralph Siegel. Seit weit über 30 Jahren
prägt er die nationale und europäische Unterhaltungsszene und gilt
als Synonym für den musikalischen Dauererfolg. „Das Genie“
(Zitat: Jörg Kachelmann in der Sendung „Langer Samstag“,
MDR) zeigt sich von einer beispiellosen Vielseitigkeit, setzte als Komponist,
Texter, Produzent, Verleger, Chef einer Plattenfirma und deren Künstlerpromoter
viele Meilensteine in der Geschichte der Schlager- und Pop-Musik. Ob neue
Trends oder Visionen, Siegel sorgt nach wie vor für Überraschungen.
Sein Schaffen umfasst über 2 000 veröffentlichte Lieder (Quelle:
GEMA). Die Folge: Sagt man Siegel, denkt man automatisch an Peter Alexander,
Udo Jürgens, Rex Gildo, Roberto Blanco, Katja Ebstein ,Dschinghis Khan,
Nicole und weitere mehr als 40 Künstler, denen er zur Karriere, dem Durchbruch
oder einem Comeback verhalf. Mit der Disco-Welle in den 70er Jahren gelang
ihm „den Amerikanern Coca Cola zu verkaufen“ (Hans R. Beierlein).
„Silver Convention“,Penny Mc Lean und Dee D. Jackson wurden weltweit
erfolgreich. Als er Gerhard Polt und Willy Astor unter Vertrag nahm, läutete
er damit die Comedy-Ära in Deutschland ein. Konkurrenzlos ist auch Siegels
Beteiligung an bisher 68 Songfestivals.
Dass er „Mr. Grand Prix“ genannt wird, geht auf einen anderen
stolzen Rekord zurück: 17 mal hat er beim internationalen Finale des
Grand Prix Eurovision teilgenommen. Neben dem Sieg mit Nicole 1982 belegte
er dreimal (!) als Komponist den zweiten Platz (Katja Ebstein, Lena Valaitis,
Wind). Zweimal wurde er dritter und zweimal landete er auf dem Rang vier.
Mit diesem Punktergebnis zählt Ralph Siegel zu den erfolgreichsten Grand-Prix-Champs
aller Zeiten.
# # # # #
Ralph Siegel Chronologie
30. September, 1945.....Fast wie im Märchen
Geboren als einziger Sohn des Schlagerkönigs, Ralph Maria Siegel und
der Leipziger Operetten-Fürstin, Ingeborg „Sternchen“ Döderlein,
in München. Die Musiktradition der Familie beginnt bei dem Großvater.
Rudolf Siegel war Opernkomponist, Dirigent und Generalmusikdirektor in Krefeld.
Der Bub Ralph wächst in Rimsting auf. Blick auf ein prachtvolles Ludwig-Schloss
auf der Herreninsel im Chiemsee. Heile Welt als Wiege. Der Erfolg des Vaters
(Bi-Talent für Ton und Text) verpflichtet. „Capri-Fischer“,
„Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“, „Unter der
roten Laterne von St. Pauli“, „Moulin Rouge“, „C’est
si bon “. Charley’s Tante „ „Das Chianti-Lied“
oder “O mia bella Napoli“
kennt jeder.
1950 …. Hau drauf
Mit fünf bekommt Ralph ein Schlagzeug geschenkt, lernt Akkordeon, Gitarre
und Klavier spielen, erhält Unterricht in Harmonie- und Kompositionslehre.
Mit zwölf
Erscheint bereits sein erstes im Verlag ausgedrucktes Werk „In der Heimat
blühen
die letzten Rosen“.
1957… Es werde Grand Prix
Siegel jun. besucht die Volks- und Oberrealschule. Papa Siegel verfasst Deutschlands
erstes Medienlied „Telefon, Telefon“ für Margot Hielscher
– Platz vier bei dem Grand Prix in Frankfurt. Schicksalsträchtig:
Erst nach 25 Jahren wird dieser Wettbewerb wieder in Deutschland ausgetragen:
Dank Ralph Siegels legendären Nicole-Sieg.
1958.....“Blue Blues“
Mit dreizehn schreibt Ralph jun. schon ein Lied nach dem anderen unter dem
Pseudonym Peter Elversen. „Sonst hätte jeder geglaubt, sie stammen
von meinem Vater.“ Für die Live-Auftritte gründet er als Bandleader
am Klavier das „Peter Elversen Septett“ unter anderem entstehen
die ersten Wiener Lieder „ Der alte Stammgast“, “An der
Donau hängt der Himmel voller Geigen „“ Herr Ober zwoa Glaserl
“und Jazzkompositionen wie „Blue Blues“
1960…..”Du bist kein Fall von Traurigkeit”
- heißt das erste Lied, das auf Schallplatte vom dem damaligen Akkordeon-Weltmeister
Will Glahe aufgenommen und veröffentlicht wurde. Die humane Ausbildung
setzt sich in Schweizer Internaten auf Schloss Kefikon und der Ecole d´Humanité
und weiter an der Passold-Weisshauer-Handelsschule in München fort.
1963.....England here I come -Paris mon amour
Besuch des renommierten European Education Center in Bournemouth (England).
Es folgt ein einjähriges Volontariat in Paris bei dem größten
französischen Musikverlag Édition S.E.M.I. Hier lernt Ralph Siegel
seinen künftig angestrebten Hauptberuf als Musikverleger von der Pieke
auf: Notenstechen, Künstlerbetreuung, Tantiemenabrechnung, Urheberrecht.
Vormittags büffelt er in der Alliance Francaise französisch. Italienisch
fliegt ihm nebst Privatunterricht beim Familienurlaub an der Riviera zu. Bravissimo!
1964…..Nashville ruft!
Verlagsvolontariat bei Acuff Rose in Nashville, Tennessee. In dem Country-Mekka
landet Ralph Siegel als Songwriter im Alter von 19 Jahren überraschend
seinen ersten Hit in Amerika: „It’s A Long Long Way To Georgia“.
Gesungen von Don Gibson katapultiert sich die Nummer auf Platz acht der amerikanischen
Country-Charts. Arbeitet mit den Everly Brothers, Roy Orbison, Chet Atkins
und John D. Loudermilk und erzielt weitere Aufnahmen mit diversen Country
und Pop-stars.(„top secret“ mit den Newbeats landet in den Top
100 der US- Pop-charts)
1965…..Back in Germany
Kurswechsel. Ralph Siegel steigt in den Musikverlag seines Vaters ein. Komponiert
weiterhin Song um Song, produziert die ersten eigenen Nachwuchstalente wie
Buddy Caine, Ben Thomas und die die Blackberries und versucht sich in deutschen
Soul -adaptationen mit (It´s the same old song“ und „ Whiter
shade of pale“ bis hin zu „ Black is black“ Gunter Gabriel
hat seinen ersten Hit „ Wenn die Rosen blühn in Giorgia“
Ralphs inzwischen von anderen Weltstars, z.B. Vince Hill, aufgenommener
Erster Country-Hit.
1966.....“Die Welt von morgen“
Mit diesem Song schafft Ralph Siegel den Sprung ins erste deutsche Schlager-Festival
als Komponist und startet die Karriere für eine Berliner Hoteliertochter
namens -Marianne Rosemarie Schwab – alias Mary Roos. Der Weg in Richtung
Schlagerwelt zeigte erste Spuren. Gleichzeitig fährt Siegel ab diesem
Jahr regelmäßig nach Cannes zur MIDEM, der größten Musikmesse
der Welt um Lieder zu kaufen und zu verkaufen. Die internationalen Kontakte
werden weiter ausgebaut.
1967.....“Sein wahres Gesicht“
Ein Hit für die bereits arrivierte, dänische Schlagersängerin
Dorthe Kollo.
1966-68.....APO-Jahr mit Protest
Der Jurastudent Michael Kunze stößt zu Ralph Siegel. Das Team steht.
Die Liebe zu BOB DYLAN und DONAVAN lässt sie das Album „ WARUM“
schreiben –Lieder gegen den Krieg „Die City Preachers“ mit
Inga Rumpf („Deutschlands einzig wahre Rock-Röhre“) als Frontfrau
gehämmert. Der Plattenverkauf bringt einen Achtungserfolg. Sechs- bis
achttausend LP’s. Die anspruchsvollen Texte lassen die Schweden aufhorchen.
Einige Songs kommen als Beispiele für rebellische Pop-Lyrik in die Schulbücher:
„Felder von Verdun“, „Was hab’ ich in der Schule gelernt“.
1970.....“Einmal verliebt, immer verliebt“
In einer Villa mit acht Zimmern in der Münchner Menzinger Straße
entsteht die Olympia Musikproduktion mit Büro, Studio, Wohnung, alles
unter einem Dach. Inzwischen entstanden der erste Hit „Einmal verliebt,
immer verliebt“ für Peggy March – die Sängerin damals
mit dem kürzesten Mini und den längsten Beinen. Die Mannschaft der
Stunde Null sind die Texter Michael Holm, Günther Behrle, Günther
Loose, Kurt Hertha, Joachim Relin, Fred Jay, Fini Busch und sein langjähriger
Freund aus Kindertagen- Robert Jung. Er entdeckt eines Tages das Goldkehlchen
Nicole.
1971.....“Meilenweit muss ich gehn“
Nach diesem Song gibt es Champagner bei Siegel. Nummer Eins in der Branche
und ein Volltreffer für Martin Mann. Ganz Deutschland singt mit. Sogar
in der Werbung. Gemeinsam mit Fred Weyrich gewinnt er mit Miguel Rios und
seinem Song „ Sonnenschein und Regenbogen“ den „Grand Prix
des Producteur“ in Luxemburg
1972.....“Ich träume mit offenen Augen“
Der Top-Hit für Uli Martin vom letzten Jahr hält sich immer noch
in den Hitparaden. Doch im Hause Siegel herrscht Trauer wegen dem plötzlichen
Tod des Vaters. Dessen „Siegel Musikverlage“ bringen als Erbe
fast 3 000 Lieder im Katalog. Der damit verbundene Arbeitsaufwand wächst.
Siegel fusioniert die alte Firma mit der neuen OLYMPIA-MUSIKPRODUKTION –
SIEGEL-MUSIKVERLAGE. Das goldene Zeitalter beginnt. Beinahe alles, was aus
dem Hause Siegel kommt, wird zum Erfolg. Etta Cameron, Heidi Brühl, Frank
Farian, Camillo Felgen, France Gall, Dieter Thomas Heck, Heino, Wanda Jackson,
Bata Illic, Michael Holm, Peter Kraus, Marie Laforet, Gus Backus, Teddy Parker,
Tina Rainford, Demis Roussos, Michael Schanze, Waterloo und Robinson, Tina
York, Rika Zarai, Conny Francis und The Sweet singen in diesen Jahren Ralph
Siegel Songs.
Die Siegel-Musikverlage expandieren zu internationaler Größe und
weltweiter Anerkennung. Verleger und Autoren aus aller Herren Länder
gehen vertrauensvolle weltweite Partnerschaften ein. Ralph Siegel sitzt in
Verbänden der Komponisten und Musikverleger und macht sich lange Jahre
verdient als Aufsichtsrats-Mitglied der GEMA.
1973.....“Fiesta Mexicana“
Der ehemalige Regensburger Domspatz, Ludwig Hirtreiter, wird von Ralph Siegel
erneut zum Super-Star aufgebaut – Rex Gildo. „Hossa!“ Der
Song mit diesem Lustruf verkauft auf Anhieb eine halbe Million und entwickelt
sich vom Dauerbrenner bis bekanntlich zum persönlichen Fluch für
den schönen “Sexi-Rexi”- Es folgen „ „Marie,
der letzte Tanz ist nur für Dich“, “Der letzte Sirtaki“
u.v.a. Ireen Sheer, verzeichnet mit „Goodbye Mama“ ihren ersten
Riesenhit. Daniela mit „Im Jahre 2002“ und viele follow-up-hits
mit diversen Artists wie mit den Windows und der Gruppe The Gloomys „Winds
of Change“
1974.....Jupiter Records
Um absolut unabhängig zu sein, macht Ralph Siegel, was auch die Beatles
für richtig hielten: eine eigene Plattenfirma gründen. Chris Roberts
landete mit „ Du kannst nicht immer siebzehn sein“ einen Superhit
und die folgenden Titel etablierten das neu gegründete Label im Nu. United
Balls und die Gruppe Zoff sind mit von der Partie. Andere Schallplattenbosse
und Künstler stehen Schlange: Peter Alexander(„Der Papa wird´s
schon richten“ und weitere 10 Langspielplatten), Rex Gildo, Costa Cordalis(
„Carolina komm“,“Pan“), Roy Black(„ Sand in
deinen Augen“) machen Siegel im Laufe der nächsten Jahre zum erfolgreichsten
Musikproduzenten seiner Zeit, der in diesem ABBA-Jahr auch sein Grand-Prix-Debüt
feiert. Mit Ireen Sheer für Luxemburg gestartet. „Bye Bye I Love
You“, vierter Platz. Zu dem Jubel und Trubel kommt noch eine Hochzeit:
Dunja, eine Slowakin, wird Siegels erste Frau - von Gott geschickt. Karel
Gott, die „Goldene Stimme“ aus Prag, stellte sie Ralph vor, während
er im hauseigenen Studio den Evergreen „Babicka“ (Großmutter)
aufnahm. Aus dieser Ehe stammen die beiden von ihm heißgeliebten Vorzeigetöchter
Giulia und Marcella Siegel
Roberto Blanco singt („ Der Puppenspieler von Mexiko“ Text und
Produktion: Ralph Siegel. “Ein bisschen Spaß muss sein“:
Produktion: Ralph Siegel, Musik: Christian Bruhn, Text: Guenter Loose) Nana Mouskouri(La Provence).
1975.....“Griechischer Wein“
- Udo Jürgens schreibt mit Michael Kunze das Lied “Griechischer Wein“, Ralph Siegel produziert, und erobert alle Hitparaden.
Drei Jahre lang beweist Siegel sein goldenes Händchen für Udo: „Der
Teufel hat den Schnaps gemacht“, „Ein ehrenswertes Haus“,“Geschieden“
verkaufen sich gleich beim Start jeweils mit 200 000 Platten. Und Ralph Siegel
erfüllt die Vorstellung, die man von einem Mega-Produzenten mit Hollywood-Format
hat. Goldene Schallplatten hängen inzwischen an den Wänden. Er residiert
in der Prachtvilla des Motorerfinders Rudolf Diesel in Münchens feinem
Viertel Bogenhausen, bewohnt privat einen Bungalow in Grünwald, fährt
einen Rolls Royce. Es gelingt ihm alles, sogar Amerika zu erobern: Das Disco-Trio
Silver Convention (Produzent: Michael Kunze und Silvester Levay) auf Jupiter
Records, wird mit „Fly Robin Fly“ und „Get up and Boogie“
No.1 in Amerika und vielen anderen Ländern. Die Alben ebenso –
Der Grammy und weitere Gold und Platin-Verleihungen folgen. Eine der drei
Silbervokale schafft es zudem Solo: Penny McLean mit „Lady Bump“
– Nummer eins in Deutschland und halb Europa. Das fabulöse Jupiter-Jahr
1975 krönt noch die Entdeckung schlechthin- Gerhard Polt – Das
Verbalgenie auf Platte – bis heute ein erfolgreicher Umsatzträger
für Siegels Plattenfirma.
1976.....“Die kleine Kneipe“
Mit diesem Titel aus der Siegel-Produktionsschmiede belegt Peter Alexander
den Platz eins in sämtlichen Hit-Paraden Deutschlands, zugleich die meistgespielte
Nummer des Jahres. Dem Entertainer der Nation, der alle Bambis und sonstige
Publikumspreise einheimst, die Stange zu halten, ist jahrelang Siegels wichtigste
Pflichtaufgabe. Sowie die Bestückung von Grand Prix’s auch. Zur
Runde zwei tritt er mit „Sing, Sang, Song“ und den Les Humphries
Singers an. Die Platte verkauft sich besser, als das GP-Ergebnis, Platz 15.
Und einer von den bunten Vögeln dieser internationalen Spaßtruppe
wird später ein Siegel-Sänger: Jürgen Drews.(„Ein Bett
im Kornfeld“,“Barfuß durch den Sommer“u.v.a werden
von der Olympia-musikproduktion in die MM-Charts geschickt)
1977.....“Fly Robin Fly“
Und nochmals „Silver Convention“. Diesmal beim Grand Prix in Wembley.
Mit „Telegram“ werden Michael Kunze und Sylvester Levay Achter..
Das Team ist der Zeit voraus: Man lässt zum ersten Mal für Deutschland
englisch singen, „damit es ganz Europa versteht“.
1978.....“Automatic Lover“
Der Superrenner weltweit wird Dee D. Jackson von Gary Unwin produziert und
Ralph und Jupiter promotet. Die futuristische Disco-Queen versetzt Millionen
in Italien, England und vielen anderen Ländern mit ihrem „Automatic
Lover“ in Tanz-Extase.
1979.....“Dschinghis Khan“
Über die deutsche GP-Teilnahme entscheidet eine Jury. Ralph Siegel reicht
ein selbstbesungenes Demo ein. Nach der Nominierung veranstaltet er ein Casting.
So entsteht die erste Retorten-Gruppe Deutschlands: Dschinghis Khan. Beim
Grand Prix in Israel auf Platz vier. Über Nacht sind 800 000 Singles
verkauft. Bis 1983 gehören die sechs „Mongolen“ zu den mit
Abstand erfolgreichsten deutschen Gruppen auch weltweit No.1 in Ländern
wie Japan, Russland, Australien, Israel etc. In Brasilien treten sogar fünf
verschiedene einheimische Kopien dieser Gruppe in Fussballstadien auf. Der
Titel „Moskau“ gilt heute als weltweites Evergreen. Ralph Siegel
gelingt damit ein Gesamtkunstwerk. Von Song über Kostüme bis Choreographie
tüftelt er ein Corporate Design aus. Mit dem Texter, Dr. Bernd Meinunger,
Doktor der Agrarwissenschaften, wächst nicht nur eine langjährige
Erfolgs-Allianz zusammen, sondern auch die Freundschaft fürs Leben. Oft
entstehen die Ideen für die neuen Songs (nahezu 600) an Ralphs Billardtisch,
beim Schach, Skat oder Schafkopf. Später beim Golf.
1980.....“Theater“
Katja Ebstein fährt nach Den Haag mit einem perfekt inszenierten Siegel-Lied.
Zylinder, Frack, Maske, Pantomime, Ralph sitzt mit Puppen bestückten
weißen Handschuhen selbst am Klavier– kurz “Theater”.
Der Sieg geht an dieser Mini-Operette in drei Minuten haarscharf vorbei. Der
zweite Platz bedeutet trotzdem das erfolgreichste Jahr der Ebstein-Karriere
und bringt den besten Umsatz. Siegel konkurriert sich derweil selbst und beliefert
Luxemburg mit dem GP-Beitrag „La Papa Pingouin“. Das Duo Sophie
et Magali belegt Platz neun – und verkauft eine Million Platten.
Die LP „ Glashaus“ wird ein Superrenner und Titel wie „
Dann heirate dein Büro“,“Was hat sie, das ich nicht habe“
und „ Abschied ist ein bisschen wie sterben“ stürmen die
Hitparaden
1981.....“Johnny Blue“
Mit diesem Lied passt Lena Valaitis bestens zum „Jahr der Blinden“.
Ralph Siegel beweist stets Gespür für Themen, die „in der
Luft liegen“ und wird wiederum Zweiter in Dublin.(Nur vier Punkte fehlten
zum Sieg - „no points from Switzerland“)
In diesem Jahr bringt er eine 16-jährige Schülerin -von seinem Freund
Robert Jung ins Haus Jupiter gebracht- mit ihrer Erstlingsplatte heraus: „Flieg
nicht so hoch, mein kleiner Freund“ – Nicole is born.
1982.....“Ein bisschen Frieden“
Mit dem Song gegen die Kanonen im Jahr des Falkland-Krieges siegt Nicole beim
Grand Prix in England. Das Lied wird Nummer eins in ganz Europa – über
100 Gold und Platinschallplatten sind für allen Beteiligten die Folge.
Diesen Triumph bezahlt Siegel mit einem Hörsturz. Zuviel Stress. Seitdem
leidet er am chronischen Ohrensausen (Tinitus). Der Hausarzt rät dringend
zum Schongang, „sonst erleben Sie ihren 40. Geburtstag nicht!“
Siegel wird Golfer und flugs Präsident des ersten Münchner Promiclubs
in Beuerberg, der kurz darauf zum Nummer eins Golfclub von Deutschland gewählt
wird. Ein gutes Omen!
Michael Schanze und die deutsche Fußball- Nationalmannschaft werden
No.1 mit „Olé Espagna“
Das erste Musical „Winnetou“ in der Hauptrolle Pierre Brice wird
in der Westfalenhalle in Dortmund aufgeführt..
In den USA erhält Siegel den „World Music Award of Excellence“
als Producer/Publisher und Songwriter sowie in Deutschland
das Bundesverdienstkreuz
1983.....“So viele Lieder sind in mir“
Mit diesem Titel wird Nicole zweite bei dem World Popular Song Festival in
Tokyo. Nun will fast jeder Schlagersänger von Siegel produziert werden.
Wer das Glück hat, trumpft meistens gleich mit einem neuen Hit auf: Weltstar
Pattrik Duffy und Mireille Matthieu singen „Together we´re strong“
und verkaufen über eine Million Platten , Vicky Leandros („Verlorenes
Paradies“) Die Gruppe TRIO singt mit Nicole den Superhit „ Ich
hab dich doch lieb“ Peter Alexander und Mireille Matthieu singen „
Good-bye my love“
Das ZDF feiert mit „ Lieder sind die besten Freunde“ den Komponisten
und die daraus folgende Doppel-LP erhält Doppel- Platin !
Für Dschinghis Khan entsteht mit Bernd Meinunger das Musical „
Corrida „
Ralph Siegel wird mit dem „Paul Linke Ring„ ausgezeichnet.
1984… Nicole über alles
Die Erfolgsstory geht weiter und scheint bis heute nicht zu enden. Hits auf
Hits folgen und Dschinghis Khan ist dabei sich leider zu trennen !
1985.....„Children, Kinder, enfants“
Ralph Siegel verfehlt den deutschen GP-Vorentscheid, schreibt aber Luxemburgs
Wettbewerbslied für Göteborg. Dabei erweist er sich als ein Vorreiter
der Multi-Kulti-Welle: Sein Kinderlied wird dreisprachig von sechs verschiedenen
Interpreten gesungen. Platz 13 für den ungewöhnlichen Beitrag. Und
zwei aus diesem „Various Artists Project“ schaffen ihr Comeback:
Chris Roberts und Ireen Sheer.
Die Jupiter-Gruppe Wind belegt aber mit dem Song „ Für alle“
den zweiten Platz und Siegel ist dennoch erfolgreich.
1987.....“Lass’ die Sonne in Dein Herz“
Die Gruppe Wind kann ihren beinahe Sieg vom 1985 in Göteborg wiederholen.
Platz zwei mit der sonnigen Reggae-Nummer diesmal von Siegel & Meinunger.
Das Winner-Team trifft wieder den richtigen Ton.
1988-89.....Chaplin und die Toten Hosen
Der deutsche Schlager liegt im Koma. Die strukturellen Veränderungen
des Musikgeschäfts haben auch für Ralph Siegel Konsequenzen. Die
Firma, bis dato auf 87 Angestellte angewachsen, muss abspecken. Es kommt zur
Schließung der Siegel-Außenbüros in Köln, London und
Nashville. Siegel entschließt sich Teile des gigantischen Verlagskataloges
zu verkaufen. Was sich im Laufe der fast dreißig Jahre hier ansammelte
(zwischen 30 und 40 Editionen), bildete einen wahren Millionenschatz. Rechte
an Songs, Musicals und Filmmusiken von Anton Carlos Jobim, Irving Berlin,
Charlie Chaplin, Bruce Springsteen, Johnny Cash bis zu den Toten Hosen .Die
neuen Olympia-Studios in München-Pullach werden geplant und bald darauf
erbaut.
1990.....“Heilige Berge“
Der neue Volksmusik-Boom winkt. Wer in den nächsten zehn Jahren Rang
und Namen haben wird, fängt auch unter Siegels Fittichen an Karriere
zu machen: Marianne und Michael(„ Unser Land“)Stefan Mross („Heilige
Berge“2.Platz beim Volksmusik-Grand Prix Finale), Die Klostertaler (
„Mir gehen no lang net ins Bett“)und vor allem Angela Wiedl, die
„beste Jodlerin der Welt“, Siegels neue Gipfelstürmerin wurde
zum Volksmusik-Liebling Nummer eins!.
1992.....“Augenblicke“
Erneut Gold für Nicole zehn Jahre nach ihrem GP-Sieg. Für Jupiter
belebt sich wieder das Geschäft. Auch privat gibt es Action: Ralph Siegel
heiratet in zweiter Ehe Dagmar Weber. Das Ex-Model wird zum aufregenden Foto-Klickfang
aller Society-Events. Umzug nach München-Solln in ein neues Privathaus.
1993…. Astorlavista
Der Kabarettist Willy Astor startet seine Karriere bei Jupiter-Records ! Später
folgen Frank Markus Barwasser und Meilhammer und Schlenger- die Comedy-Szene
wird bereichert von Siegels Schützlingen.
1994.....“Wir geben ’ne Party“
Platz drei beim Grand Prix in Dublin für Mekado. Drei Girlies von Ralph
Siegel entdeckt und als Trio zusammengestellt. Melanie Bender, Kati Karney
und Dorkas Kiefer sind übrigens die einzigen, die aus der diesjährigen
internationalen GP-Ernte mit ihrem Song in den TOP 100 landen. Nicki und Roland
Kaiser(„und wer küsst mich“) bekommen auch noch einen Hit
von Ralph und Weltstars wie The Village People, Petula Clark und Engelbert
lassen sich von ihm produzieren!
1995.....“Moskau“
Was einmal ein Erfolg war, kommt immer wieder. Blick zurück beim 50.
Geburtstag. . Siegels Evergreens sind wertbeständig. Nicoles Fan-Gemeinde
rührend treu. Ihr neuer Jahreshit „Mehr als ein bisschen Frieden“
gewinnt schon obligatorisch die ZDF-Jahres-Hitparade. Auch die Songs von Dschinghis
Khan bleiben unvergesslich. Bei den Umfragen gibt die neue Generation „Moskau“
häufig als den „beliebtesten deutschen Schlager“ an.
1996.....“Manchmal hilft nur noch beten“
Ein Plattentitel für Angela Wiedl, die sich als eine beliebte Standardgröße
der Volksmusik in allen Stadl-Veranstaltungen Deutschlands etabliert. Der
Bürgermeister von Cannes ehrt Ralph Siegel mit einer Medaille für
seine dreißigjährige MIDEM-Treue. Und alte Liebe rostet nicht:
Country. Seit 1976 mit den Bellamy Brothers in Kontakt. Die zwei großen
Hit-Erfolge „Let Your Love Flow“ und „Crossfire“ wurden
von Siegel neu produziert und er schreibt für sie den Chart-Erfolg „
Neon Cowboy“ Die“The Very best of the Bellamy Brothers“
wird ein Renner. Die Freude des Jahres: Siegel wird zum dritten Mal Vater,
wieder eine Tochter, Alana.
Die neuen Studios in München-Pullach mit einem Playground für Künstler
im Keller sind fertiggestellt!
1998.....“Concerto Classico“
Guildo Horn für Deutschland. Der Zottelbarde bringt Siegels traditionelle
GP-Welt völlig durcheinander. Wegen seiner Horn-Attacke fühlt sich
Siegel allerdings in diesem Medienkrieg von der Presse (BILD) „regelrecht
verprügelt“.
Trostpflaster: Diesmal das Bundesverdienstkreuz erster Klasse für sein
Lebenswerk.
Doppelplatin für die Produktion mit Al Bano „Concerto Classico“
wird für Siegel ein Signal: Gib’ niemals auf!
1999.....Ein Lied für Europa
Bol sanslar. Viel Glück auf türkisch. Zeitgerecht zum Thema Ausländer
und Doppelpass betritt die deutsch-türkische Ethnogruppe Sürpriz
(Überraschung) die Bühne. „Eine Reise nach Jerusalem“
lautet der Titel passend zum GP-Zielort. Dritter Platz und zum zweiten Mal
zwölf Punkte von Israel (zum ersten Mal 1982 für Nicole). Von Siegel
als ein Politikum und „eine Geste der Versöhnung“ bewertet.
Zurück in München steht ihm ein Trauerfall bevor: Die geliebte Mutter
stirbt.
Für den Musical-Star Angelika Milster („Cats“) entstehen
die neuen Siegel-Produktionen „Umarmungen“ und „Die Größten
Hits der Filmgeschichte“ .
2000.....„I Believe In God“
Siegels Wiedergutmachung geht schief. Die im Vorjahr disqualifizierte Corinna
May, für die anschließend Sürpriz als GP-Kandidat nach Jerusalem
fuhr, bekam von Siegel eine innige Ballade auf den Leib komponiert. Doch die
blinde Gospel-Sängerin verliert haushoch gegen den Spaßmacher der
Nation Stefan Raab. Siegel gibt nicht auf – der nächste Song soll
vor guter Laune förmlich explodieren. Doch vorerst bläst er noch
Trübsal: Die zweite Ehe mit Dagmar geht in die Brüche und gehört
der Vergangenheit an.
2001.....“Happy Birthday Party“
Ein Tipp von Roberto Blanco: Die rothaarige Lou Hoffner aus dem schwäbischen
Nest Kirrlach zu produzieren, eine tausendmal erprobte Party-Kanone. Dennoch
hat die umwerfende Blues-Sängerin bei dem nationale Vorentscheid kein
Glück.( 3. Platz) Trost: Nicole im Duett mit Johnny Logan, dem einzigen
zweifachen GP-Sieger. Der gemeinsame Titel lautet: „Niemand liebt so
wie Du“. Und Siegel reist nach New York. Im Gepäck: sein Musical
Nummer 3 „Clowntown“, an dem er mit Bernd Meinunger und David
Saperstein(Cocoon)seit über zehn Jahren arbeitet. Workshop mit 20 Broadway-Sängern
und Schauspielern. Nach 15 Jahren rückt ein Lebenstraum näher. Der
Hoffnungsschimmer: Siegel könnte es am Broadway schaffen.
2002.....“I Can’t Live Without Music“
Siegels persönliches Waterloo heißt Tallinn: Platz 22 mit Corinna
May. Spott für den Verlierer. Einen Grund zum Feiern gibt es dennoch:
Das Jubiläum 20 Jahre Nicole. 18 erfolgreiche Alben mehr als vier Millionen
Mal verkauft. Die ZDF-Hitparade 15 mal gewonnen. Siegel kann mit Recht stolz
sein: So eine lange Erfolgsstrecke mit einem Künstler hat noch kein Komponist
und Produzent in Deutschland zurückgelegt.
2003.....The Show Must Go On
Wie zu den guten alten Zeiten gibt es einen neuen, allseits gefeierten Superstar,
der Gold, Platin und Echos kassiert, wochenlang die Schlagerparaden anführt
- Andrea Berg. Die Stimme der Sinnlichkeit aus dem Hause Jupiter. 460 000
verkaufte Alben „Best of...“. und fünf CDs der Künstlerin
gleichzeitig in den Top 10 der deutschen Charts! Für das private Glück
sorgt die Sopranistin Kriemhild Jahn. Die Branche fiebert, wann sie ihr Plattendebüt
in der S-Klasse liefert. Anvisiert wird für die Trägerin des Robert-Stolz-Preises
aus Salzburg die Sparte Pop-Klassik – oder Klassik-Pop? Der Wermutstropfen:
Lou schafft mit „Let’s get happy“ beim Grand Prix in Riga
nur den zwölften Platz. Siegel zeigt sich nicht resigniert:
Von der Arbeitsgemeinschaft ADS wird Siegel für sein „Lebenswerk“
ausgezeichnet.
„Es muss in meinem Leben immer weiter gehen- Ich habe noch viele
Träume!“
P.S. Spricht es aus und arbeitet an einem neuen Album für Nicole. Thema:
Worüber Frauen unter sich reden. Da scheint Siegels Nase schon wieder
am Zeitgeist zu schnuppern.
c) thv, Juli 2003
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